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1. Juni 2017

Zehn Jahre Finanzkrise

Der Ausbruch der weltweiten Finanzkrise jährt sich in diesen Tagen zum zehnten Mal. Rückblick: Im Frühjahr 2007 kamen erstmals Zweifel auf, ob die in den Vorjahren stets gestiegenen US-Immobilienpreise nicht mittlerweile überteuert waren – und was bei einem Preisrutsch aus den vergebenen Immobilienkrediten werden würde. Diese Vertrauenskrise führte im Juni 2007 zur ersten Pleite mehrerer Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns. Doch weil die US-Immobiliendarlehen in den Boom-Jahren zuvor massenhaft in sogenannten ABS-Paketen zusammengeschnürt und an ausländische Banken verkauft worden waren, war das Problem der faulen US-Hypothekenkredite kein amerikanisches, sondern ein globales.

Die (Banken-)Welt am Abgrund

Einmal ins Rollen gekommen, ging es dann Schlag auf Schlag: Im Juli und August 2007 gerieten aufgrund der Verluste mit ABS-Papieren hierzulande die IKB und mehrere Landesbanken in Not. Im September stürmten in Großbritannien besorgte Kunden die Schalter der Bank Northern Rock. Die US-Investmentbank Lehman Brothers meldete 2008 Konkurs an. Immer mehr Banken weltweit kamen ins Wanken. Viele mussten mit Steuergeldern gerettet werden. Doch dadurch kamen die Staaten selbst in Not. Die Krise entwickelte sich so von einer US-Immobilienkrise über eine weltweite Banken-Krise zu einer internationalen Staatsschulden-Krise.

Als Retter der letzten Instanz warfen die Notenbanken die Geldpressen an und senkten die Zinsen ab 2009 schrittweise auf null Prozent. Nur so ließen sich die explodierenden Staatsschulden noch finanzieren. In der europäischen Währungsunion, wo die Länder die Hoheit über die Notenpresse aus der Hand gegeben hatten, entstanden daraus neue Probleme. Schließlich wollte kein Land der Währungsunion für die Schulden der anderen haften. Die Schuldenkrise eskalierte daher im Euro-Raum zu einer politischen Krise, die bis heute andauert.

Doch selbst in Ländern, die die Hoheit über ihre Notenpresse hatten, blieb die Rettungs-Politik nicht ohne politische Folgen. Schließlich sorgen Null-Zins-Politik und staatliche Bankenrettungen für eine immense Umverteilung des Vermögens von unten nach oben. Zinssparer und Steuerzahler sind die Verlierer. Die Wähler quittierten das mit Protestwahlen wie dem Brexit-Votum und der Trump-Wahl. Die vor 10 Jahren ausgebrochene Finanzkrise zieht also bis heute ihre Spuren, wirtschaftlich wie politisch.

Bilanz der Anlageklassen

Doch wie konnten Anleger ihr Vermögen durch die Finanzkrise bringen? Seit die Notenbanken die Zinsen ab 2009 im Rahmen ihrer Rettungspolitik massiv gesenkt haben, verlieren Sparguthaben kontinuierlich an Wert – inflationsbereinigt um rund 1% pro Jahr bzw. knapp 10% pro Jahrzehnt. Anleger, die ihr Erspartes auf Zinskonten bei der Bank horten, sind somit die großen Verlierer der Finanzkrise. Kaum besser ergeht es Anlegern mit Lebens- und Rentenversicherungen, da diese ebenfalls den Großteil der Kundengelder in Zinsanlagen halten. Für Immobilienanleger sieht die Welt besser aus. Während die US-Immobilienpreise nach 2007 einen 40%-Einbruch erlitten und heute gerade erst wieder das Vorkrisen-Niveau erreicht haben, stiegen Immobilienpreise hierzulande seit Ausbruch der Finanzkrise um rund 40% bzw. 3,4% p.a..

dax2007-2017

Sieger im Vergleich der Anlageklassen sind allerdings Aktien: Zwar fiel der DAX nach Ausbruch der Finanzkrise von rund 7.000 Pkt. Anfang 2007 auf rund 4.000 Pkt. in 2009. Mittlerweile notiert das deutsche Börsenbarometer jedoch bei fast 13.000 Punkten – und damit rund 80% höher als vor Ausbruch der Krise. Das entspricht einer Rendite von über 6% p.a.. Obwohl die Finanzkrise ihre Wurzeln in den USA hatte, bescherten US-Aktien Anlegern sogar noch höhere Gewinne: Wer sein Geld unmittelbar vor Ausbruch der US-Immobilienkrise in US-Aktien investiert hat, freut sich heute nach 10 Jahren über einen Zugewinn von über 150% bzw. fast 10% p.a..

Fazit:

Als 2007 die Finanzkrise ihren Lauf nahm und die Börsenkurse in den Keller rauschten, hätten das wohl nur wenige für möglich gehalten: Trotz Bankenpleiten, Staatsschuldenkrisen und globalem Wirtschaftseinbruch – kurz, trotz der schlimmsten Finanzkrise seit den 1930er Jahren – stehen Aktien 10 Jahre nach Krisenausbruch als die großen Gewinner da. Langfristig bleiben Aktien nun einmal allen Krisen zum Trotz unschlagbar.

Mit besten Grüßen

Ihr

Jörg Wiechmann ist Geschäftsführer des Itzehoer Aktien Clubs (IAC) und Vorstand der TOP Vermögensverwaltung AG und publiziert als Autor auf goldgeldwelt.de.

Mit über 3.000 Mitgliedern und mehr als 50 Mio. Euro ist der Itzehoer Aktien Club der größte Aktienclub Deutschlands. Die TOP Vermögensverwaltung managed vielfach ausgezeichnete Fonds mit einem Gesamtvolumen von über 200 Mio. Euro. Anlageschwerpunkt sind global und sektorübergreifend diversifizierte Qualitätsaktien.

Joerg Wiechmann

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