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7. Januar 2018

Rohstoffe und Gold in 2018. Was ist zu erwarten?

Zwei Handelstage vor dem Jahresende schauen wir zurück und stellen fest, dass die Rohstoffmärkte 2017 in der Summe auf der Stelle traten, während Aktien die längste Rally seit den goldenen 1920er Jahren feiern. In diesem Jahr legt der amerikanische S&P 500 rund 20% zu. Die Aktien von Technologietiteln steigen sogar um fast 40%. Kurz zusammengefasst: Aktien sind teuer. Teuer wie schon lange nicht mehr. Und für vermeintlich sichere Anleihen werden Anleger mit einer Nullverzinsung abgespeist.

Nach 5 Jahren in der Bärenfalle (2011-2015) überraschten Rohstoffe in 2016 mit einem freundlichen Wertzuwachs von 11,4%. Eine Trendwende war eingeläutet. Während 2017 die Rohstoffsektoren Energie und Agrargüter mit einer deutlich negativen Wertentwicklung den Rohstoffmarkt nach unten ziehen, überzeugen besonders die Metallmärkte.

Ein positives konjunkturelles Umfeld beflügelt insbesondere die Preise für Zink, Kupfer oder Aluminium. Durch die zunehmende Elektrifizierung des Transportwesens, Tesla sei Dank, profitieren viele traditionelle Metallmärkte wie Kupfer und Nickel sowie kleinere Märkte wie Lithium oder Kobalt. Die Revolution der E-Mobility wird ein immer bedeutenderer Nachfragefaktor auf den Metallmärkten, der zulasten von Rohöl und Ölprodukten wie Benzin und Diesel geht. Trotz viel Publicity und einer stetig wachsenden automobilen Modellpallette, steht diese Entwicklung noch ganz am Anfang. Doch die Initialzündung ist erfolgt, und Batterie-basierte Speichertechnologie für Energie aus alternativen Quellen wie Sonne und Wind (Stichwort: «Powerbank») wird in den nächsten Jahren eine noch gewichtigere Stellung einnehmen. Für einige kleinere Metallmärkte ist dieser Effekt vergleichbar der Öffnung der Chinesischen Volkswirtschaft zu Anfang des Jahrtausends.

Vor dieser Entwicklung und durch die fulminante Entwicklung von Kryptowährungen wie Bitcoins sind Edelmetalle aus dem Fokus vieler Anleger gerückt. Zu Unrecht, wenn wir auf eine soliden Wertzuwachs in 2017 und einen positiven Ausblick für 2018 blicken …
In 2017 verteuert sich Gold nahezu unbemerkt um +11%, während Gold- und Silberminen gemessen am Philadelphia Gold & Silver Index mit +8% weder gegenüber Gold noch gegenüber Aktien so recht überzeugen. Doch hier ist es unfair alle Gesellschaften über einen Kamm zu scheren: Während Werte wie IAM Gold, Sierra Metals oder Royal Gold sich mit einem Wertzuwachs von jeweils rund 40% sonnen, verlieren Tahoe Resources oder Eldorado Gold mehr als 50% ihrer Börsenkapitalisierung.
Für 2018 erwarten wir eine Fortsetzung der attraktiven Entwicklung von Gold verbunden mit einem Anstieg auf bis zu 1.400 USD/oz im Basisszenario, was einem Wertzuwachs von +10% entspricht.

Folgende Faktoren stimmen uns positiv:

1. Die Stärke des USD ist beendet. Statt von EUR/USD-Paritätsangst versprechen wir uns von einer Entwicklung zu 1.20-1.22 EUR/USD positive Impulse für Edelmetalle.
2. Die Inflation beginnt anzuziehen und steigt schneller als die Zinsen. Dies bedeutet sinkende Realzinsen, was sich positiv auf Gold auswirkt.
3. Die Rally an Aktien- und Anleihenmärkten verliert an Momentum. Gold und andere Edelmetalle sind eine willkommene und vor allem günstige Absicherung, um einen Crash oder eine Korrektur abzufedern.
4. Viele Anlageprofis haben Edelmetalle aufgrund der Aussicht auf steigende Zinsen und niedriger Aktienmarktvolatilität derzeit nicht auf dem Radar. Eine positive Preisentwicklung wird eine anwachsende Positionierung nach sich ziehen.
5. Zusätzliche positiven Impulse können durch geopolitische Risikofaktoren ausgelöst werden. Epizentren für politische Spannungen liegen in Asien sowie im Nahen und Mittleren Osten.

Somit sprechen viele Vorzeichen für goldene Aussichten für 2018. In einem freundlichen Umfeld für Edelmetalle haben Gold- und Silberminen das Potential sich um 25% zu verteuern, um damit ihren aktuellen Wertabschlag zu kompensieren.
Ebenfalls aussichtsreich erscheint Silber. Gemessen relativ zu Gold ist das weisse Metall historisch günstig. Eine «Normalisierung» der Gold-Silber Ratio in 2018 in den Bereich von 58-62 verspricht eine deutliche Outperformance von Silber, das 2018 in einen Bereich von 22-24 USD vorstossen kann.

Freundliche Aussichten für eine Anlagekategorie, um die es 2017 ruhig geworden ist.

Dr. Torsten Dennin

ist Gründer und CEO von Lynkeus Capital LLC, einer auf das Thema Rohstoffe spezialisierten Investment-Boutique in der Schweiz. Seit 2003 analysiert Dr. Dennin die internationalen Rohstoffmärkte mit dem Schwerpunkt Energie sowie die globalen Aktiensektoren Oil&Gas und Metals&Mining. Er studierte Volkswirtschaft, promovierte zum Themenkomplex der Rohstoffmärkte, verfügt über langjährige Erfahrung im Rohstofffondsmanagement sowie Anlagestrategie / Research und ist Autor mehrererer Bücher und Fachpublikationen. Die Flagschiff-Anlagestrategie Lynkeus Global Commodities erzielte in 2017 einen Anlageerfolg von 40,7%.

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