Kernenergie hat eine strahlende Zukunft

Vier Jahre nach der Fukushima-Katastrophe erstarkt die weltweite Nachfrage nach Atomstrom endgültig. Europa subventioniert Atomkraftwerke. Chinas Städte ersticken im Kohle-Smog und neben den erneuerbaren Energien ist auch Kernenergie ein Teil der chinesischen Lösung. Selbst Japan drängt zurück zur Kernenergie. Die USA importieren 94 % ihres Uranbedarfes und beheimaten einen der weltweit vielversprechendsten Uranproduzenten.

Atomkraftwerk Bild

Kernenergie bleibt umstritten

Strom aus Kernkraftwerken gilt als klimafreundlich und unab­hän­gig von kurzfristigen Wetter­schwan­kungen. Außerdem gilt Atomkraft nach anfänglich sehr hohen Investitionskosten als sehr günstig in der Produktion im laufenden Betrieb.

Kritiker merken jedoch an, dass Kosten für die Atommülllagerung oft zu gering angesetzt und die Kosten für die Abrüstung alter AKWs schlicht überhaupt nicht kalkuliert werden.

Die Frage eines End­lagers für die zum Teil über 100.000 Jahre strah­lenden Abfälle ist immernoch offen. Das stärkste Argument gegen Kernenergie ist jedoch nach wie vor die Reaktorsicherheit. Hochmoderne Reaktoren sind inzwischen sogar gegen Kombinationen mehrerer starker externer Einwirkungen wie Erdbeben und Flugzeugabstürze gesichert. Forschungsverbunde wie das Generation IV International Forum (GIF) oder die deutsche Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sorgen dafür, dass die Kernenergie der Zukunft immer sicherer wird.

Dennoch bleibt das sogenannte „Restrisiko“ immer bestehen. Vor allem Terroranschläge, Kriege und unerwartet schwere Naturkatastrophen, wie der Tsunami, der im Jahr 2011 den GAU in Fukushima verursachte, bergen Risiken die zwar äußerst unwahrscheinlich sind aber extreme Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben können.

Atomausstieg oder lieber Subvention? Die Situation in Europa

Bundeskanzlerin Merkel vollzog im Angesicht der Reaktorkatastrophe in Japan eine energiepolitische Kehrtwende und mobilisierte für den, von der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder bereits eingeleiteten, endgültigen Atomausstieg in Deutschland.

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz sind in Deutschland zur Zeit noch neun Reaktoren an acht Standorten in Betrieb. Im Jahr 2022 soll das letzte deutsche Kernkraftwerk abgeschaltet werden. Außer Deutschland ist Belgien der einzige EU-Staat, der aktuell Kernenergie nutzt, aber einen Ausstieg geplant hat. Der belgischen Atomaufsicht AFCN zufolge soll der Ausstieg bis Oktober 2025 erfolgen.

Der Energiemix im Ländervergleich zeigt, dass Atomkraft in mehr als der Hälfte der EU-Staaten eine zentrale Rolle spielt. Spitzenreiter Frankreich produziert derzeit 75 % seines Stroms mit Atomkraft. Frankreich hat zwar angekündigt den Anteil bis 2025 auf 50 % reduzieren zu wollen, eine Abkehr von der Kernenergie ist jedoch undenkbar. Frankreich gibt sich seit Jahren stolz auf seine fast vollständige energetische Autonomie mit 58 operierenden Reaktoren.

EU Stromerzeugung - Die Welt
Bildquelle: Die Welt, Feb 2015.

Die Niederlande und Spanien wollen laut EU-Kommission keine neuen Atomkraftwerke bauen. Großbritannien hingegen hat die Kernenergie zum Herzstück seiner neuen Energiestrategie erkoren. Die EU-Kommission hat nach Angaben von klimaretter.info üppige Subventionen für den Bau des Atomkraftwerks Hinkley Point C im Südwesten Englands genehmigt. Unter Führung des französischen Konzerns EDF sollen zwei weitere Reaktoren entstehen.

Dies stößt europaweit einen Ausbau der Atomkraft an. Auch in Polen und Tschechien entstehen neue Atomkraftwerke nach demselben Fördermuster. Litauen ist beim Gasimport extrem abhängig von Russland und erwägt nach Angaben der EU-Kommission derzeit Programme zum Wiedereinstieg in die Atomkraft.

Japan schaltet seine Reaktoren wieder ein

Nach der Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 stellte Japan sämtliche 48 Reaktoren ab. Die japanische Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe setzt sich allerdings schon länger für eine schrittweise Rückkehr zur Atomenergie ein. Die ersten abgeschalteten Meiler sollten möglichst schnell den Betrieb wieder aufnehmen, das Vorhaben scheiterte jedoch bislang aufgrund zahlreicher Sicherheitsbedenken vor Gericht.

Trotz breitem Widerstand in der japanischen Bevölkerung hat Spiegel Online zufolge nun ein japanisches Gericht die Forderungen von Bürgern zurückgewiesen, ein Wiederanfahren zweier Reaktoren des Betreibers Kyushu Electric Power im Atomkraftwerk Sendai im Südwesten des Landes zu stoppen. Die Reaktoren sollen in wenigen Wochen ans Netz gehen.

Spiegel Online: Japan: Gericht erlaubt Wiederanfahren umstrittener Reaktoren (April 2015)

UPDATE 11.08.2015: Kyushu Electric Power Company hat heute den ersten Reaktor wieder angeschaltet.

Ausbau der Kernenergie vor allem im Osten: China baut 26 neue Atomkraftwerke

Die Internationale Atomenergieagentur IAEA berichtet, dass weltweit 438 betriebsfähige Atomreaktoren existieren. Weitere 70 Reaktoren befinden sind zur Zeit im Neubau (Stand: Dez. 2014). Die TOP 5 Staaten beim Reaktorneubau sind:

TOP 5 Staaten beim Reaktorneubau (Quelle: IAEA Report 2015)
# Staat Reaktoren in Bau bereits in Betrieb
1 China 26 23
2 Russland 9 34
3 Indien 6 21
4 Korea 5 23
5 USA 5 99

Auffällig ist die Tendenz, dass die meisten neuen Atomkraftwerke in der östlichen Welt entstehen. China, Russland und Indien gehören zu den so genannten BRICS-Staaten, einer Auswahl der größten und wirtschaftlich bedeutungsvollsten Schwellenländer der Welt.

China ist inzwischen der größte Energieverbraucher der Welt, noch vor den USA. Der Energiebedarf im Reich der Mitte wächst stetig und in Sachen Atomenergie soll in Zukunft ordentlich aufgerüstet werden. Chinas Kerntechnikanbieter CNEC hat dem Kohle-Smog in den Städten den Kampf angesagt und wirbt mit „CNEC bringt Licht ins Dunkel“. Im Jahr 2013 lag der Beitrag der Kohleverbrennung an Chinas Gesamtenergieproduktion bei 70%.

Die zur Zeit 20 Kernkraftwerke Chinas produzieren nach Angaben der Frankfurter Rundschau nur etwa 2 % des chinesischen Strombedarfes. Bis 2030 soll der Anteil an Kernenergie am Gesamtverbrauch auf 16 % hochgefahren werden, was einer Leistung von über 80 Gigawatt entspräche.

Frankfurter Rundschau: China setzt wieder auf Atomkraft (März 2014)

Die USA sind stark abhängig vom Uranimport. Einmalige Investmentchance!

Nach den Daten der IAEA werden die USA bald 104 Atomreaktoren betreiben. Im Spitzenjahr 1990 waren zwar schon einmal 112 US-Atomkraftwerke in Betrieb, die Tendenz ist also leicht rückläufig, dennoch betreibt kein Staat der Erde auch nur annähernd so viele AKWs wie die USA.

Zur Zeit müssen die USA sagenhafte 94 % ihres Uranbedarfes importieren. Ein Drittel der Importe stammen aus Kasachstan und Russland. In Anbetracht der politischen Spannungen mit Russland und der Tatsache, dass es in den USA ca. 10 Jahre dauert eine neue Uranmine zuzulassen und zu bauen, könnten bestehende amerikanische Projekte signifikant an Bedeutung (und Wert!) gewinnen.

„Wir können den Wind nicht ändern aber wir können die Segel richtig setzen“ – Aristoteles

Von den 13 mir bekannten Uranproduzenten in den USA verschwenden mehrere zur Zeit ihre wertvollen Reserven, indem sie trotz unökonomisch niedriger Uranpreise weiter produzieren ohne Gewinn zu erwirtschaften oder sogar Verluste machen.

Ich habe das meiner Meinung nach beste und vorausschauendste US-amerikanische Uran-Unternehmen identifiziert und habe bereits Aktien erworben. Der reichste Mann Asiens, Starinvestor Li Ka-shing ist übrigens einer der größten Shareholder. Meine Analyse zu diesem Unternehmen (mein Aktientipp #2) ist hier zu finden:

goldgeldwelt.de Artikel: Der vorausschauendste Uranproduzent der Welt

Florian Munsch

Untersch.

Gründer und Herausgeber von goldgeldwelt.de

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