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8. Oktober 2015

Hat die Federal Reserve das deutsche Gold gestohlen?

Deutschland besitzt nach offiziellen Zahlen mit 3384 Tonnen  das zweitmeiste physische Gold weltweit. Die Bundesbank hat gestern eine Liste über ihren Goldbarrenbestand an den vier Lagerorten Frankfurt, London, Paris und New York veröffentlicht. Ein guter Anlass, um den Verbleib des deutschen Goldes noch einmal zu hinterfragen.

FED Gold Tresor leer

Nachstellung eines Tresorraumes in den Gewölben der amerikanischen Federal Reserve bei Erstbesichtigung der deutschen Goldbestände durch unabhängige deutsche Gutachter. Bildquelle: Die Simpsons.

Wo lagert das deutsche Gold offiziell?

Im Dezember 2014 lagerten der deutschen Bundesbank zufolge nur ca. ein Drittel (35 %) der 3384 Tonnen deutschen Goldes in Frankfurt. 13 % lagerten zu diesem Zeitpunkt in London, 9 % Prozent in Paris und der größte Teil (43 %) befindet sich nach offiziellen Angaben noch immer in den Tresoren der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (FED) in  New York. Der aktuelle Wert beträgt Handelsblatt zufolge ca. 114 Milliarden Euro (Stand August 2015).

Das deutsche Gold lagert offiziell an vier Orten

Warum lagert ein Großteil des deutschen Goldes im Ausland?

Dass deutsches Gold in den Tresoren der FED, der Banque de France und der Bank of England lagert hat historische Gründe. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren erwirtschaftete Deutschland im Zuge des sogenannten Wirtschaftswunders hohe Außenhandelsüberschüsse. Physisches Gold, das bereits an den genannten Orten lagerte, wurde zum Teil als Bezahlung in deutschen Besitz überschrieben. Da der Transport nach Deutschland unpraktisch, unsicher und teuer gewesen wäre, beließ man die Barren an Ort und Stelle.

Goldbarren der deutschen Bundesbank

Nummerierte Goldbarren der deutschen Bundesbank. Bildquelle: Handelsblatt Videobeitrag im Artikel: Das Gold der Bundesbank (Juli 2014).

Keine Transparenz, kein Vertrauen. Trotzdem deckt die Bundesbank die FED.

Im Jahr 2012 entbrannte eine öffentliche Debatte über die Sicherheit des deutschen Goldschatzes.  Der Bundesrechnungshof forderte eine genaue Bestandsaufnahme und regelmäßige Kontrollen der Bestände im Ausland. Die FED weigert sich bis heute Kontrollen zuzulassen und bremst die Rückführung des deutschen Eigentums nach Deutschland aktiv aus. Immer wieder werden öffentlich Zweifel laut, ob die Federal Reserve das deutsche Gold überhaupt noch hat.

Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele zufolge nutzt die FED des Weiteren die extrem schleichende Verlagerung aus New York nach Deutschland, um die deutschen Orginalbarren auf den heute marktüblichen Barrenstandard „London Good Delivery“ umzuschmelzen. Die Vermutung liegt nahe, dass die FED die Umschmelzung benutzt um zu kaschieren, dass die geprägten und nummerierten Originalbarren aus den deutschen Beständen nicht mehr verfügbar sind.

Die Bundesbank, die für die Aufbewahrung des deutschen Goldes verantwortlich ist, äußerte sich zu den Sicherheitsbedenken mit einer typischen Floskel, um die Massen zu beruhigen bis das öffentliche Interesse sich wieder anderen Themen widmet: „Wir haben keine Zweifel an der Integrität der Federal Reserve Bank of New York. Unser Gold liegt dort sicher verwahrt.“

Rückführung des deutschen Goldes

Eines vorweg: Auch andere Länder (z.B. Frankreich und die Schweiz) kennen den Kampf mit der FED um ihr Eigentum sehr gut. Der weltweite Trend geht derzeit zur Rückholung eigener Goldreserven. Der Webseite ZeroHedge zufolge haben ausländische Zentralbanken seit 2014 insgesamt 246 Tonnen Gold aus den USA nach Hause geholt.

Die Bundesbank plant die 306 Tonnen Gold, die derzeit in Paris lagern, komplett nach Frankfurt zu überführen. Dies scheint kontinuierlich auch umgesetzt zu werden. Sorgen dürfen wir uns ganz klar um die FED machen! Von den über 1446 Tonnen deutschen Goldes (Stand Dez. 2014), die in New York verwahrt werden, sollen bis 2020 lediglich 300 Tonnen rückgeführt werden. Ob dieser sowieso bescheidene Plan umgesetzt wird, ist noch nicht sicher. Im Jahr 2013 rückte die FED nur 5 Tonnen Gold heraus. Im Jahr 2014 sah es mit 85 Tonnen aus New York realistischer aus.

Nach Vorstellung der Bundesbank sollen auch nach 2020 noch mehr als 1200 Tonnen in New York und 445 Tonnen in London verbleiben. Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele begründet dies folgendermaßen: „Gold kann im Krisenfall beliehen oder in eine andere Währung getauscht werden. Deshalb bleibt ein Teil des Goldes in den Lagerstätten in New York und London.“

Mir persönlich fällt spontan keine Institution ein, der ich weniger vertraue als der amerikanischen Notenbank FED. Einen schönen Video-Crashkurs zum Thema Notenbanken findet ihr im vierten Video im folgenden Artikel:

goldgeldwelt.de Artikel: Die größte Chance unserer Zeit (Aug. 2015)

Was jetzt zu tun ist…

Ich fordere hiermit die deutsche Bundesbank auf, wesentlich ehrgeizigere Pläne zur Rückführung des deutschen Goldes auf den Tisch zu legen! Falls die FED das deutsche Gold nicht mehr hat müssen in den USA neu geförderte Bestände an Deutschland ausgeliefert werden, bis die Schuld beglichen ist. Eine Verzögerung des Ganzen über Jahrzehnte ist nicht akzeptabel!

Ich fordere die deutsche Politik auf, das Thema Gold trotz Griechenland- und Flüchtlingskrise nicht zu vergessen, sondern aktiv voranzutreiben. Die Notenbank FED ist kein amerikanisches Staatsorgan, sondern eine private Institution, die privaten Aktionären gehört(!). Ein Privatunternehmen darf sich staatlicher Kontrollen nicht entziehen. Die Politiker Dr. Peter Gauweiler (CSU) und Philipp Mißfelder (CDU) setzen sich bereits für diese Sache ein und müssen unterstützt werden.

Schließlich fordere ich EUCH auf, diesen Artikel weiterzuleiten und zu teilen, um das öffentliche Interesse an dem Thema wieder wachzurütteln. Wer sich weitergehend engagieren möchte, kann sich an die öffentliche Initiative „Holt unser Gold heim“ wenden (Link unten).

Florian Munsch

Unterschrift 200x55

P.S.: Hier noch ein zweites Youtube Video zum Thema. Ist etwas reißerisch, nimmt aber kein Blatt vor den Mund…

Quellen und Links

Deutsche Bundesbank: Bundesbank veröffentlicht Goldbarrenliste (Okt. 2015)

Deutsche Bundesbank: Goldbarrenliste Stand: 31.12.2014 (pdf)

Handelsblatt: Das Gold der Bundesbank (Juli 2014)

Handelsblatt: Wo die Schätze der Notenbanker lagern (Okt. 2015)

TheEuropean: Das „neue Zuhause“ für deutsches Gold (März 2015)

Öffentliche Initiative: Holt unser Gold heim

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Florian Munsch

ist Herausgeber und Chefredakteur von goldgeldwelt.de. Er interessiert sich vor allem für Edelmetall- und Rohstoffaktien und verfügt über ein weitreichendes Netzwerk an professionellen Kontakten in Europa, Nordamerika und Australien. Florian ist studierter Naturwissenschaftler (M.Sc.), lebt derzeit in Hamburg und liebt Kampfkunst, gutes Essen und lange Unterhaltungen über Wirtschaft und Finanzen.

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