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7. Februar 2017

Gaspipeline durch Schwarzes Meer und Türkei beschlossen

Der russische Präsident Wladimir Putin finalisierte heute einen Deal mit der Türkei und unterzeichnete ein Gesetz zum Bau der Gaspipeline Turkish Stream. Damit soll eine neue Versorgungsline von russischem Gas nach Europa geschaffen werden, die nicht durch die Ukraine führt.

Mit der Turkish Stream Pipeline möchte Russland künftig Gas durch das Schwarze Meer in die Türkei und von dort weiter nach Südosteuropa liefern. Damit will sich Russland unabhängiger vom Gastransit durch die Ukraine machen.

Die beiden Länder liegen schon lange vor der Annexion der Halbinsel Krim durch Russland 2014 im Streit. Der russisch-ukrainische Gasstreit begann im März 2005, als Russland alte sowjetische Handelsmuster aufgab und zu einer marktorientierten Preispolitik für Transittransporte von Erdgas über ukrainisches Territorium nach Europa finden wollte, was jedoch alte Verträge verletzte.

Auch der Preis, den die Ukraine für Erdgasimporte zahlen sollte, wurde zugunsten einer marktorientierten Preispolitik neu festgelegt. Die Ukraine war nicht bereit den neuen, teureren Preis zu zahlen, woraufhin der russische Gaskonzern Gazprom im Januar 2006 erstmals die Lieferung einstellte.

In den Folgejahren wurden mehrmals Lösungen erarbeitet, es kam aber immer wiederzu Uneinigkeiten. Gasblockaden seitens der Ukraine schnitten mehrmals vor allem südosteuropäische Länder von der Gasversorgung ab, die europäische Versorgungssicherheit und der zuverlässige Absatzmarkt Europa für russische Gasversorger war gefährdet.

Die Ukraine nahm über viele Jahre Schulden in Milliardenhöhe für russisches Gas auf (die genaue Höhe unterschiedet sich nach ukrainischer und russischer Sicht), deren unzureichende Begleichung den Konflikt immer wieder aufflammen ließ.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Der bereits im Herbst letzten Jahres verhandelte und nun von russischer Seite gesetzlich beschlossene Bau der Turkish Stream Pipeline durch das Schwarze Meer und die Türkei soll die Gaslieferungen nach Südosteuropa wieder zuverlässiger machen.

Das Vorhaben des Gazprom-Konzerns, einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Moskau, deren Anteile zu über 50% der russische Staat hält, gilt als Nachfolger des Pipeline-Projekts South Stream. Es sind zwei Stränge geplant, durch die jährlich 31,5 Milliarden Kubikmeter Gas strömen sollen. Der erste Strang der Turkish Stream Pipeline soll Ende 2019 fertiggestellt werden.

Nachdem die Türkei 2015 einen russischen Kampfjet an der Grenze zu Syrien abgeschossen hatte, war das Milliardenprojekt zuletzt gefährdet. Nachdem der Streit jedoch im Sommer 2016 beiderseitig beigelegt wurde, konnte der Pipeline-Deal beschlossen werden.

Wer mehr über den russisch-ukrainischen Gasstreit lernen möchte, dem lege ich den unten verlinkten Wikipedia Artikel ans Herz. Sehr interessant ist auch, sich mit den Interessen und dem Engagement der USA zu diesem Thema zu beschäftigen. Der Artikel der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, den ich unten verlinkt habe, gibt erste Hinweise.

Viele Grüße

Ihr

Florian Munsch

Herausgeber

Quellen

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Rückschlag für die USA: Erdogan und Putin beschließen Turkish Stream (Okt. 2016)

Handelsblatt: Putin unterzeichnet Gesetz zu Pipeline Turkish Stream (Feb. 2017)

Wikipedia: Russisch-ukrainischer Gasstreit

Florian Munsch

ist Herausgeber und Chefredakteur von goldgeldwelt.de. Er interessiert sich vor allem für Edelmetall- und Rohstoffaktien und verfügt über ein weitreichendes Netzwerk an professionellen Kontakten in Europa, Nordamerika und Australien. Florian ist studierter Naturwissenschaftler (M.Sc.), lebt derzeit in Hamburg und liebt Kampfkunst, gutes Essen und lange Unterhaltungen über Wirtschaft und Finanzen.

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