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24. Februar 2019

Die sieben Anlageklassen: Gold als Währung, Rohstoff oder Derivat

​Wer investieren möchte, hat die Wahl aus sieben Anlageklassen. In diesem Artikel und dem dazugehörigen Video erkläre ich, was die sieben Anlageklassen sind, ​nenne konkrete Beispiele und teile einige, für dich vielleicht überraschende Gedanken, wie z.B. ​zur Frage, wo Gold einzuordnen ist.

​Traditionell wird von fünf Anlageklassen gesprochen: Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen und "​andere ​​Vermögenswerte" Ich ​möchte diese Darstellung hiermit ergänzen und präzisieren. Nach der Auflistung und Erläuterung findest du unten eine tabellarische Zusammenfassung.

1. Aktien

Aktien sind Wertpapiere, die Anteile an Aktiengesellschaften oder Kommanditgesellschaften auf Aktien verbriefen. Wer Aktien kauft, erwirbt also Anteile an Unternehmen.

2. Anleihen

Anleihen sind definitionsgemäß zinstragende Wertpapiere, die von einem Schuldner (z.B. einem Staat oder einem Unternehmen) emittiert werden. Durch Verleih ​(z.B. eines bestimmten Geldbetrages) an den Schuldner, erwirbt der Gläubiger das Recht auf spätere Rückzahlung des geliehenen Betrages ​plus Zinsen.

Privatdarlehen ​und P2P-Kredite zählen in der traditionellen ​Klassifizierung nicht zur Anlageklasse den Anleihen, in der neuen Klassifizierung jedoch schon, da auch ohne Emission von Wertpapieren der wesentliche Charakter einer Anleihe (Verleih und spätere Rückzahlung mit Zins) gegeben ist.

Staaten verschulden sich in der Regel durch Emission von Staatsanleihen. Wer Staatsanleihen kauft, leiht dem Staat Geld. Neben Privatpersonen, anderen Staaten und z.B. Banken können auch Zentralbanken Käufer von Staatsanleihen sein. Ein Symptom der fortschreitenden Entwicklung vormals marktwirtschaftlich orientierter Länder zur Planwirtschaft ist die inzwischen leider ​gängige Praxis ​von Zentralbanken, die Geldmenge der eigenen Währung zu erhöhen (quantitative Lockerung, QE) und damit ​Staatsanleihen zu kaufen. In der Europäischen Union ​kommt es ​dadurch (und ​durch Zinsmanipulation nach unten) zur Incentivierung von Neuverschuldung und zu einer Umverteilung ​innerhalb der EU durch direkte Staatsfinanzierung.

3. Rohstoffe

Rohstoffe sind ursprünglich aus der Natur gewonnene Güter, ​die noch nicht oder nur ​in geringem Maße verarbeitet wurden. Rohstoffe können entweder direkt konsumiert oder weiterverarbeitet werden. Klassische Beispiele ​sind Bodenschätze wie Öl, Kupfer, Zink, Lithium aber auch​ Konsumgüter wie Zucker und Orangensaft.

In der klassischen Theorie werden auch Gold und Silber der Anlageklasse "Rohstoffe" zugeordnet, da es sich um Bodenschätze mit einem geringen Grad an Weiterverarbeitung handelt. Ich selbst ​bin (​neben vielen andere Experten) der Meinung, dass die Anlageklasse "Währungen" für Gold und Silber trotz des Rohstoffcharakters der beiden Metalle wesentlich besser passt.

4. Währungen

Da Gold und Silber eine jahrtausende (!) lange historische Bedeutung als ​Geld haben, sollten sie auch bei den sieben Anlageklassen ​bei den Währungen eingeordnet werden, auch wenn es aktuell "modernere" Zahlungsmittel gibt. Um konsequent zu sein, verbanne ich Platin und Palladium, die ebenfalls Edelmetalle sind aber historisch gesehen kaum Relevanz als Währungen haben, in die Kategorie Rohstoffe. Gold ist perfektes Geld, denn es ist ein Tauschmittel, eine Rechnungseinheit, es ist tragbar, teilbar, haltbar und austauschbar (z.B. eine Unze Gold mit einer anderen Unze) und Gold ist ein Wertaufbewahrungsmittel.

Ebenfalls zu den Währungen gehören natürlich die modernen Fiatwährungen wie z.B. Euro, Dollar, Yen und Pfund. ​Alle heute ​im Zahlungsverkehr gängigen Währungen haben durch die Auflösung des Goldstandards innerhalb einiger Jahrzehnte ihre Wertkopplung ​und somit das Geld-Attibut "Wertaufbewahrungsmittel" verloren. Preis-Inflation ist eine direkte Folge der beim Punkt Anleihen besprochenen Geldmengen-Inflation durch QE. Der US-Dollar hat seit 1913 bis heute 97% seines Wertes verloren.

Kryptowährungen und sonstige digitale Tokens weisen genau wie Fiatwährungen abgesehen vom Attribut "Wertaufbewahrungsmittel" alle Attribute des Geldes auf und sind den Währungen zuzuordnen. Ob algorithmisch mengenmäßig begrenzte Kryptowährungen wie Bitcoin zukünftig zur Wertaufbewahrung geeignet sein werden oder sie (was derzeit der Fall ist) hochvolatile Spekulationsobjekte bleiben werden, wird die Zukunft zeigen.

5. Immobilien

Immobilien sind unbewegliche Sachgüter, also z.B. Grundstücke und Bauwerke. Traditionell gelten sie trotz ihrer historischen Bedeutung als Investitionsgüter nicht als eigene Anlageklasse, sondern werden unkreativ den "​andere ​​Vermögenswerten" zugeordnet. In der neuen Klassifizierung bilden sie die fünfte, eigenständige Anlageklasse.

​6. Derivate

​Derivate sind definitionsgemäß gegenseitige Verträge, die ihren wirtschaftlichen Wert vom beizulegenden Zeitwert einer marktbezogenen Referenzgröße (= Basiswert) ableitet. Einfacher ausgedrückt: Derivate sind Finanzinstrumente, die Bezug auf einen Basiswert nehmen. Dieser Bezug kann ganz unterschiedlicher Natur sein, wie z.B. eine Wette auf eine Kennzahl, den zukünftigen Wert eines ​Handelsgegenstandes oder Wertpapieres oder z.B. darauf, ob es ​im nächsten Jahr in einer Weinanbauregion regnet oder die Sonne scheint. 

Klassische Derivate sind z.B. Futures, Forwards und Optionen. Das Wort "Derivat" ​stammt vom lateinischen derivare (ableiten). Somit sind alle Anlageformen, die Bezug auf einen Basiswert nehmen, diesen aber nicht selbst darstellen (wie z.B. bei Aktien), am besten der Anlageklasse "Derivate" zuzuordnen. Das schließt auch Genussscheine und Zertifikate (Schuldverschreibungen) mit ein, die durchaus einen Anleihecharakter haben​.

Beim Goldkauf ​werden Anleger systematisch mit Derivaten hinters Licht geführt. ​Wer sich nicht gründlich informiert, verwechselt ​bei digital abgewickelten Geschäften sehr leicht den digitalen Kauf von physischem Gold ​mit dem Kauf eines Rechtsanspruches auf Gold (wird oft Gold genannt, ist aber nicht der Sachwert selbst, sondern ein an den Goldpreis gekoppeltes Derivat.

Für alle, die echtes Gold kaufen wollen, empfehle ich bei kleineren Investitionen das Tafelgeschäft lokaler Edelmetallhändler und bei größeren Investitionen (​ab ​ca. 2000 Euro aufwärts), meine bevorzugte Option zum online günstig Gold kaufen ​sehr nah am Spotpreis, mit sehr geringen Lagergebühren.

​7. Sonstige Sachwerte

​Oldtimer, Gemälde, Wein und andere Sachwerte und potenziellen Investitionsgüter, die zurvor nicht ​explizit anderen Anlageklassen zugeordnet wurden, fallen unter die sonstigen Sachwerte.

​Übersicht der sieben Anlageklassen

In der folgenden Tabelle werden die sieben Anlageklassen zusammengefasst. Unterscheiden kann man zwischen Geldwerten und Sachwerten. Letztere sind grau unterlegt dargestellt.

#

Anlageklasse

​Beispiele

1

​Aktien

Amazon, IBM, Coca-Cola, Barrick Gold

​2

Anleihen

Staats- und Unternehmensanleihen, sowie Privat-, P2P- und sonstige Kredite

​3

​Rohstoffe

Öl, Kupfer, Zink, Lithium, Platin, Palladium, Orangensaft, Zucker

​4

Währungen

Fiatwährungen wie Euro, Dollar, Yuan

​Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum

​5

​Immobilien

Grundstücke, Bauwerke

​6

​Derivate

​Futures, Forwards, Optionen, Zertifikate und alle sonstigen auf einen Basiswert bezogene A​nlageformen

​7

​Sonstige Sachwerte

Oldtimer, Gemälde, Wein etc.

​Quelle:

​Sachwerte sind grau unterlegt.

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Florian Munsch

ist Unternehmer und Investor. Der studierte Biowissenschaftler (M.Sc.) ist seit vielen Jahren auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments spezialisiert. Heute teilt Florian als Herausgeber von goldgeldwelt.de sein Wissen, seine Ideen und Erfahrungen in Vorträgen, Artikeln und Videos mit einer rasant wachsenden Community interessierter Privatanleger. Gesellschaftlich liegt ihm die persönliche Freiheit der Menschen besonders am Herzen. Florian ist überzeugt, dass nicht Planwirtschaft, hohe Steuern und staatliche Kontrolle, sondern Freiheit und Verantwortung den Menschen gut tun.

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