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29. Juni 2016

Das wichtigste Argument für Silber, das fast niemand kennt

Theodore ButlerNach einem gründlichen Studium des Silbermarktes über mehr als drei Jahrzehnte, finde ich es nahezu unglaublich, dass der eine, allerwichtigste Preisfaktor für diesen Markt weitgehend unbekannt bleibt.

Zugegeben, die breite Mehrheit der Investmentwelt hat wenig Interesse an Silber und es ist unwahrscheinlich, dass sich dies in nächster Zeit ändern wird. Doch eine geringe Aufmerksamkeit hat seinen Wert in der Investmentwelt. In der Tat hat Silber eine Geschichte von schnelleren Preisanstiegen, als sogut wie jeder andere Vermögenswert und eine Vielzahl an Faktoren weisen nun darauf hin, dass eine weitere massive Preisbewegung nach oben vor uns liegt.

Die Faktoren, die eine große Bewegung nach oben begünstigen, drehen sich um die unvorstellbar kleine Menge verfügbaren physischen Silbers für Investmentzwecke, als Resultat des fast vollständigen Verbrauches des über Jahrhunderte produzierten Silbers für den industriellen Gebrauch. Dies in Verbindung mit der Tatsache, dass heute mehr Kaufkraft existiert als je zuvor in der Geschichte, bringt einem die  Worte des berühmten Silberspekulators Bunker Hunt in Erinnerung: „Silber ist ein Unfall, der darauf wartet zu geschehen.“ Zugegebenermaßen hat Silber ebenfalls eine Geschichte stärker fallender Preise im Vergleich zu anderen Rohstoffen, jedoch seit die Preise bereits um 70% vom Höchststand vor fünf Jahren gefallen sind, wird die nächste große Preisbewegung ohne Zweifel nach oben zeigen.

Dennoch, selbst unter jenen, die Silber sehr eng verfolgen, ist bemerkenswert wenig  von dem einen Faktor die Rede, der sehr viel höhere zukünftige Silberpreise praktisch garantiert. Der Faktor ist, dass die wichtigste und größte amerikanische Bank JPMorgan Chase den größten privat gehaltenen Vorrat physischen Silbers der Weltgeschichte innerhalb der letzten fünf Jahre aufgebaut hat: 500 Millionen Unzen. Nur die US-Regierung besaß einmal mehr Silber als JPMorgan, aber das war vor fast einem Jahrhundert, als Silber für gewöhnliche Münzen verwendet wurde. Die US-Regierung verfügte einmal über mehrere Milliarden Unzen Silber, hat ihre Bestände aber komplett eliminiert und verfügt heute über kein Silber mehr.

Zudem hat die US-Regierung niemals Silber mit der Intention, einen Profit zu machen, gehalten. Als Kontrast: Der einzige Grund, aus dem JPMorgan eine halbe Milliarde Unzen echten Silbers erworben hat, ist explizit, soviel Profit wie möglich zu machen. Simpler Logik zufolge, wird JPMorgan den größtmöglichen Profit mit seinen Silberbeständen nur machen, wenn der Silberpreis auf höchstmögliche Werte klettert. Einfache Schlussfolgerungen gebieten des weiteren, dass jene, die zusammen mit JPMorgan Silber besitzen, immens profitieren werden, wenn die Bank tut was sie kann, um so hohe Silberpreise wie möglich, sicherzustellen. Ich werde dazu kommen, was JPMorgan tun muss um höchstmögliche Silberpreise sicherzustellen, doch lassen Sie mich zunächst herleiten, dass die Bank 500 Millionen Unzen Metall erworben hat.

Die meisten Menschen denken bei Banken, dass diese mit Hypotheken und Girokonten zu tun haben und sind ersteinmal erstaunt bei dem Gedanken, dass JPMorgan auch mit Rohstoffen wie Silber handelt. Die Wahrheit jedoch ist, dass JPMorgan seit vielen Jahren die größte US-Bank ist, die über Over The Counter (OTC) Rohstoffderivate Gold- und Silberkontrakte handelt. Obwohl JPMorgan schon immer viel mit Rohstoffen gehandelt hat, nahm der Weg, eine halbe Milliarde Unzen echten Silbers zu akkumulieren, einen sehr spezifischen und nachvollziehbaren Verlauf.

Zusätzlich dazu, der größte Händler von OTC Edelmetallderivatkontrakten zu sein, wurde JPMorgan plötzlich in die Rolle geworfen, der größte Händler von Gold und Silber an der COMEX zu werden. Dies geschah als Resultat der Bitte des US-Finanzministeriums und der Federal Reserve, die scheiternde Investmentbank Bear Stearns im März 2008 zu übernehmen. Wenige wussten zu dieser Zeit, dass Bear Stearns der größte Leerverkäufer an COMEX Gold und Silber war und die Übernahme durch JPMorgan dazu führte, dass JPM in die Rolle des größten Leerverkäufers geworfen wurde.

Während JPMorgan offensichtlich durch eine Regierungsanfrage dazu kam, Bear Stearns zu erwerben, deuteten Daten einer anderen Regierungsbehörde, der CFTC klar darauf hin, dass JPMorgan damit begann, durch die Aufrechterhaltung und Anpassung der größten konzentrierten Leerpositionen von Silber Futures, die Preisbildung von Silber zu dominieren und zu manipulieren. (Für das Protokoll: Ich beschwerte mich bei den Regulierungssbehörden, dass die Praktiken von JPMorgan manipulativ auf die Silberpreise wirkten und erreichte eine CFTC Untersuchung zum Thema. Trotzdem wurde die Manipulation fotgeführt).

Als Resultat daraus, in der Lage zu sein, nahezu unlimitierte Mengen an COMEX Silber Futures Kontrakten leerzuverkaufen, als die Preise stiegen und diese Kontrakte anschließend zurückzukaufen, was die Preise wieder zum Fallen brachte, machte JPMorgan hunderte Millionen Dollar in den Jahren, die unmittelbar der Bear Stearns Übernahme im frühen Jahr 2008 folgten. Doch die kontinuierliche Manipulation führte dazu, dass Silber zu lange zu tief bewertet war, sodass sich im späten Jahr 2010 Anzeichen einer physischen Verknappung zeigten. Gemäß dem unabänderbaren Gesetz von Angebot und Nachfrage, stieg der Silberpreis von seinem Tiefpunkt unterhalb von $9 USD im späten Jahr 2008, zu fast $50 USD im April 2011. Dies erwischte JPMorgan mit seinen COMEX Short-Positionen auf dem falschen Fuß und machte es für die Bank nötig, sich mit der CME Group (Besitzer der COMEX) zusammen zu tun, um den größten manipulativen Ausverkauf der modernen Rohstoffgeschichte zu bewerkstelligen, was JPM’s Shortpositionen aus dem Feuer zog.

Mit seinen großen Shortpositionen war es für JPMorgan ein Blick in den Abgrund, als der Silberpreis bis April 2011 rapide stieg. Es dämmerte ihnen plötzlich, wie wenig Silber tatsächlich in der Welt existierte und die Bank entschied, dass die richtige Seite, bei der man bei Silber sein sollte, die Long-Seite ist, nicht die Short-Seite. Ich gebe absolut zu, dass ich JPMorgan, zumindest bezogen auf ihre Praktiken mit Silber, als eine kriminelle Organisation ansehe; ich halte sie aber auch für die schlausten Gauner überhaupt. Meine Definition von schlau beinhaltet das Lernen von den eigenen Fehlern, denn auf der falschen Seite zu stehen, während die Silberpreise 2011 nach oben schossen, war was JPMorgan davon überzeugte, so viel Silber zu kaufen wie möglich.

Aber sich zu entscheiden, soviel Silber zu kaufen wie möglich und tatsächlich das Metall zu kaufen, sind zwei unterschiedliche Dinge, sogar wenn man JPMorgan ist, mit nahezu unlimitierter Kaufkraft und unübertroffener Kapitalmarktfähigkeit. Man blinzelt nicht bloß mit den Augen und platziert eine Marktorder, um eine halbe Milliarde Unzen Silber zu kaufen und macht Feierabend. Dies erfordert Zeit, Geduld und Gerissenheit, besonders wenn man bedenkt, wie wenig investierbares Silber auf der Welt verfügbar ist. Egal wie reich oder mächtig JPMorgan sein mag, 500 Millionen Unzen physisches Silber zu kaufen, gegeben den Realitäten des tatsächlichen Angebots, würde Jahre dauern – was, wie sich herausstellte, der Fall war.

JPMorgan wusste und weiß, dass die Menge des realen Silbers, welches weltweit zum Verkauf steht, durch einige unleugbare Fakten limitiert ist. Es gibt nämlich auf der ganzen Welt nicht viel von dem man ausgehen kann (sagen wir 1,3 Milliarden Unzen in Form von 1000 Unzen Barren) und von dieser Menge ist nur ein geringer Prozentsatz stets zu aktuellen Preisen verfügbar – nicht mehr als ein paar Prozent. Verbunden mit der niedrigen Menge wirklich verfügbaren Angebotes von vorhandenen Besitzern, besteht die grundsätzliche Gewissheit, dass das meiste neu abgebaute und produzierte Silber sofort in feste Hände für industrielle und andere produzierende Nachfragen übergeht. Die Investment-Nachfrage konkurriert mit solchen anderen Nachfragen, einem Umstand der besonders eigentümlich für Silber ist. In den letzten paar Jahren waren jährlich weniger als 100 Millionen Silberunzen für Investments verfügbar, nachdem andere Silbernachfragen befriedigt waren.

Es gab keine substanziell großen Verkäufe von Silber von jenen, die es in den letzten fünf Jahren gehalten haben, es gab aber auch keine größeren Kaufaktivitäten dieser oder anderer Investoren – nennen Sie es ein Nullsummenspiel. Weil die Investmentwelt physisches Silber weder kaufte noch verkaufte, konnte JPMorgan im Wesentlichen nur die „Überreste“ an Silber kaufen – die Mengen neu produzierten Silbers, die nicht durch andere verarbeitende Nachfragen konsumiert wurden. Es hat JPMorgan zu einem guten Grund fünf Jahre gekostet, 500 Millionen Unzen zu erwerben – das war alles, was sie kaufen konnten, ohne die Preise nach oben zu treiben.

Wie ich es in der Vergangenheit bereits detailiert beschrieben habe, nutzte JPMorgan unterschiedlichste Methoden, um seine massiven Silberbestände zu akkumulieren. Als führender Händler und größtes Warenhaus an der COMEX, als offizieller Treuhänder und autorisierter Teilhaber am weltgrößten Silber-ETF SLV, war JPMorgan in einer speziellen und privilegierten Position, um in den letzten fünf Jahren quasi alles neu verfügbare Silber der Welt  zu erwerben. Trotz aller Bemühungen, seine Silberakkumulation vor öffentlichen Untersuchungen abzuschirmen, tauchten einige wichtige Anhaltspunkte auf, die auf JPMorgans Aktivitäten seit April 2011 hinweisen.

Dazu gehören die Eröffnung des JPMorgan COMEX Silber-Warenhauses im April 2011, sowie der Beginn eines nie dagewesenen Umschlages der COMEX-Lagerbestände ausschließlich beim Silber, die bis heute andauern. Mit diesen großen wöchentlichen Umsätzen war JPMorgan in der Lage, hunderte Millionen Silberunzen abzuführen, die in ihr COMEX Warenhaus und andere nicht öffentliche Warenhäuser gebracht wurden. Von Null Unzen, vor fünf Jahren, wuchs das JPMorgan COMEX Silber-Warenhaus zum größten Warenhaus der COMEX, mit nahezu der Hälfte (70 Millionen Unzen) der gesamten COMEX Lagerbestände. In 2012 räumte JPMorgan auf und überführte 100 Mio. Unzen, die es im Namen seiner SLV-Inhaber lagerte, aus seinem Warenhaus in London, um Platz für Silber zu machen, das die Bank im eigenen Namen besaß. JPMorgan begann, Terminkontrakte (Futures) einzulösen (trotz großer eigener Shortpositionen in Papiersilber). Innerhalb etwa des letzten Jahres wurden 45 Millionen Unzen ausgeliefert, die volle oder nahezu volle monatlich erlaubte Menge. Es ist nicht fern der Wahrheit zu sagen, dass JPMorgan so gut wie der einzige Empfänger von COMEX Silberauslieferungen ist.

Die vielleicht cleverste Methode, die JPMorgan in den letzten fünf Jahren genutzt hat, um physisches Silber zu erwerben, war als führender Käufer für frisch geprägte Silver Eagle- und Maple Leaf-Münzen aufzutreten. Insgesamt hat JPMorgan in dieser Zeit mehr als 100 Millionen Silver Eagles von der U.S. Mint und 50 Millionen Silver Maple Leafs von der Royal Canadian Mint gekauft – vielleicht sogar viel mehr. Wie ich bereits früher erläutert habe, glaube ich, dass JPMorgan diese Münzen zu 1.000-Unzen-Barren umgeschmolzen hat, um sich bestens auf den schließlichen Verkauf vorzubereiten.

Der bemerkenswerteste Aspekt bei JPMorgans massiver Akkumulation von physischem Silber ist jedoch, dass die Bank in der Lage war, ihren Plan im Umfeld beständig sinkender Silberpreise durchzuführen, denn wie Sie wissen, ist der Silberkurs seit seinem Hoch nahe der 50 Dollar-Marke vor fünf Jahren, stark zurückgegangen. Wie zum Teufel gelang es JPMorgan bei kontinuierlich fallenden Preisen 500 Millionen Unzen Silber zu kaufen, ohne den Preis dabei zu steigern?

Ganz einfach: Die ganze Zeit, während JPM echtes Silber kaufte, drückte die Bank gleichzeitig an der COMEX den Preis nach unten, indem sie ihre manipulativen Short-Positionen behielt und der Marktsituation anpasste. Es ist wirklich das perfekte Verbrechen: JPMorgan manipuliert den Preis mit Hilfe von Leerverkäufen am Papiermarkt der COMEX nach unten und kann dadurch am physischen Markt billig einkaufen. Ich kann mir nicht vorstellen, wer eher dazu in der Lage wäre, so etwas durchzuziehen als JPMorgan, die bestvernetzte und mächtigste Bank der USA.

JPMorgan hat inzwischen die größten physischen Silberreserven der Geschichte angehäuft und wird bei einem sprunghaften Anstieg des Silberpreises auch die größten Gewinne der Geschichte einfahren. Was also kann die Bank tun, um diese Entwicklung herbeizuführen? Faszinierenderweise muss JPM nun gar nichts tun, um einen höheren Gewinn mit Silber zu erzielen, als jemals irgendjemand zuvor. Sie haben richtig gelesen. Alles was JPMorgan tun muss, um zu garantieren, dass der Silberpreis in den Himmel und darüber hinaus steigt, ist nichts. Insbesondere keine weiteren Leerverkäufe von Silber an der COMEX in der nächsten Rallye. Sie sehen, in den vergangenen fünf Jahren war es immer die Bank JPMorgan, die die Silberrallyes unterdrückte, um ihre gewaltigen physischen Bestände zu günstigen Preisen weiter aufzustocken. Die logische Schlussfolgerung daraus ist, dass sobald die Bank entscheidet, dass sie genug Silber besitzt (was wie ich denke sehr bald sein könnte), der Silberpreis in die Höhe schießen wird, wenn JPMorgan einfach nichts tut und keine neuen Leerverkäufe an der COMEX hinzufügt.

Diese erstaunliche Geschichte ist bis heute fast völlig unbekannt, doch sie muss zwangsläufig früher oder später entdeckt werden. Das Beste daran ist, dass sich dadurch eine im Leben einmalige Investitionsgelegenheit bietet. Alles was man tun muss, ist das gleiche was JPMorgan getan hat – soviel Silber kaufen wie möglich – und dann darauf warten, dass JPMorgan zugreift. Keine komplizierten Tradingstrategien, keine riskanten Hebelprodukte. Kaufen Sie einfach echtes Silber, bezahlen Sie in bar und warten Sie ab. Schließlich ist es genau was JPMorgan getan hat und nachdem fünf Jahre bereits vergangen sind, werden wir wohl nicht mehr allzu lange warten müssen.

(c) Theodore Butler

Dieser Artikel des Silberanalysten Theodore Butler ist im englischen Orginal am 02.06.2016 unter dem Titel „Hidden in Full View“ auf www.silverseek.com erschienen. Die deutsche Übersetzung wurde exklusiv für www.goldgeldwelt.de angefertigt. Informationen zum Abonnement findest du unter www.butlerresearch.com und www.goldgeldwelt.de/newsletter.

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