Black Friday als Indikator einer US-Rezession

Black Friday (schwarzer Freitag) wird in den USA der Freitag nach Thanksgiving genannt. Als Start der Weihnachtseinkaufssaison ist der Black Friday der umsatzstärkste Tag des Jahres im US-amerikanischen Einzelhandel und gilt als wichtiger Indikator für das Weihnachtsgeschäft und die allgemeine Konsumlaune in den USA. In Deutschland verbindet man den schwarzen Freitag allerdings oft mit einem anderen Ereignis: Dem Zusammenbruch der New Yorker Börse 1929 und dem Beginn der Weltwirtschaftskrise.

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Schnäppchen vs. Erntedank

Möge das Weihnachtsgeschäft beginnen! Am Black Friday, dem ersten Freitag nach Thanksgiving, geht nach Angaben der National Retail Federation (NRF) mehr als jeder zweite US-Amerikaner (55 %) shoppen. Viele Geschäfte öffnen schon in den frühen Morgenstunden (z.B. um 5 Uhr nachts) oder bereits am Thanksgiving-Abend um Kunden mit besonderen Rabattaktionen in die eigenen Läden zu locken.

Einige Kunden sind außer sich, dass der Black Friday seit der zunehmenden Öffnung der Geschäfte am eigentlichen Vorabend des Black Friday nun immer stärker mit dem Thanksgiving-Fest selbst konkurriert, einem der höchsten Feiertage in den USA. Die Käufer stehen nun vor der Wahl, vergünstigte Waren oder das Truthahn-Essen mit der Familie zu verpassen. Der manipulative Charakter der Rabattaktionen scheint die meisten Amerikaner jedoch traditionell nicht zu stören. Oft werden die Preise weit über die unverbindliche Preisempfehlung erhöht, um dann am Black Friday besonders stark reduziert werden zu können. Die eigentliche Ersparnis ist oft garnicht mehr so groß, sodass die meisten wohl besser beraten wären mit der Familie Erntedank zu feiern, als vor Kaufhäusern Schlange zu stehen…

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Menschenmassen oder Onlinehandel?

Trotzdem lockt der Black Friday jedes Jahr Millionen Amerikaner in die Geschäfte. Vor dem berühmten Kaufhaus Macy’s in New York warteten laut CNN im Jahr 2014 rund 15.000 Menschen stundenlang mit dicken Jacken auf der Straße. Bei Ladenöffnung geht es dann oft heiß her. Immer wieder gibt es Verletzte, wenn die Menschenmassen einströmen und sich um begrenzte Sonderangebote streiten.

In Deutschland und Österreich etabliert sich übrigens auch ein Black Friday. Im Jahr 2006 wurde die erste Black Friday-Verkaufsaktion von Apple durchgeführt. Viele Einzelhändler folgten in den nächsten Jahren. Man kann spekulieren, ob sich die Europäer nun weniger gerne die Köpfe einschlagen als die Amerikaner – bei uns blüht jedenfalls vor allem das Onlinegeschäft. Innerhalb von drei Jahren haben sich die Google-Suchanfragen nach Black Friday Sale in Deutschland und Österreich um 400 Prozent erhöht. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) stuft den Black Friday als wichtigen Impuls für Kunden und Händler ein. Im Onlinehandel wird ein weiter steigender Absatz am Black Friday erwartet.

Black Friday als Wirtschaftsindikator

Ich bin mir nicht sicher, ob das folgende Chart inklusive oder exklusive dem wachsenden Onlinegeschäft berechnet wurde. Jedenfalls ist eine Trendwende im Black Friday-Umsatz in den USA zu erkennen, die sich auch in diesem Jahr fortführen könnte.

Seit 2012 gehen die Umsätze zurück. Wenn man den Umsatz am Black Friday als Wirtschaftsindikator verwendet, ist der Konsum rückläufig, obwohl er staatlich gewollt und gefördert wird. Schließlich macht der private Konsum den größten Anteil am BIP aus.

Black Friday Statistik
Quelle: fundivo.com

Viele Amerikaner (vor allem die Regierung und die Notenbank Federal Reserve) reden gerne von der wirtschaftlichen Erholung, in der sich das Land zurzeit angeblich befindet. Vielleicht zeigt sich unter anderem durch die sinkenden Black Friday-Umsätze, dass die breite Bevölkerung in Wirklichkeit weniger und nicht mehr Geld für den Konsum zur Verfügung hat und kürzer treten muss.

Ich habe viele Gründe zur Annahme, dass es sich bei der angeblichen US-amerikanischen wirtschaftlichen Erholung um keine echte recovery handelt, sondern um die Auswirkung eines massiven Stimulationsprogramms der US-Regierung und der Fed. Die Ursachen der Finanzkrise von 2008/2009 wurden in keinster Weise beseitigt. Trotzdem sollen Wirtschaft und Konsum immer weiter wachsen. Notfalls werden die Zinsen komplett abgeschafft, die Geldmenge massiv erweitert und bestehende Schulden mit neuen Schulden bezahlt, nur um das System noch ein paar Jahre funktionieren zu lassen.

Was ich hier beschreibe ist mitnichten ein rein amerikanisches Problem. Auch in Europa und dem Rest der Welt könnte der Black Friday bald vielleicht schon so aussehen:

Bankrun

Es scheint wie Ironie, dass der Begriff „schwarzer Freitag“ im deutschsprachigen Raum mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise verknüpft ist. Aus dem amerikanischen black thursday, an dem die New York Stock Exchange im Jahr 1929 zusammenbrach wurde aufgrund der Zeitverschiebung der Schwarze Freitag bei uns.

Black Friday kann auch Spaß machen

Genug der düsteren Warnungen! Wer Lust auf eine wirklich schonungslose Parodie des amerikanischen Black Friday voller sinnloser Gewalt und Anspielungen hat und außerdem auf die Serie Game of Thrones steht, dem möchte ich die epische Southpark Trilogie zum Thema empfehlen! Die drei Folgen „Die Red Robin Hochzeit“, „Das Lied von Arsch und Feuer“ und „Titten und Drachen“ der siebzehnten Staffel sind ein Muss für jeden mit schwarzem Humor 😉

www.southpark.de

 

Viele Grüße!

Unterschrift 200x55

Florian Munsch

Herausgeber goldgeldwelt.de

 

Quellen und Links

Wikipedia: Black Friday (abgerufen 28.11.2015).

boerse-online.de: ROUNDUP: Tausende Schnäppchenjäger am ‚Black Friday‘ in USA unterwegs (Nov 2013).

fundivo.com: Black Friday statistics and trends (abgerufen 28.11.2015).

AboutNews: What is Black Friday – 3 reasons why sales are disappointing (Nov. 2015).

 

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